Prävention

Man kann davon ausgehen, dass ca. 3 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik mit durchschnittlich jeweils 18.000,00 € verschuldet sind: hierbei handelt es sich zum überwiegendem Teil um Ausgaben für Autos (90% aller gekauften Autos in Deutschland sind voll oder teilweise kreditfinanziert) , Möbel, Kleidung, Hifi-Geräte und Urlaub.

Auch das seit einigen Jahren modern gewordene mobile Telefonieren verursacht oft eine nicht zu unterschätzende Verschuldung gerade auch Jugendlicher und junger Erwachsener.

Wachsen in solch ver– bzw. überschuldeten Haushalten Kinder auf, erleben diese, dass ihren Eltern das Einhalten des Budgetplanes misslingt, sie also gezwungen sind, Dispositionskredite in Anspruch zu nehmen um genügend Geldmittel bis zum Monatsende zur Verfügung zu haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit eher hoch, dass diese Kinder als Heranwachsende und junge Erwachsene mit ähnlichen Geldproblemen zu kämpfen haben, nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass das Thema „Geld“ auch heute noch in vielen Familien ein „Tabuthema“ darstellt.

Die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Schulden haben, steigt stetig. Im Jahr 2001 hatte in der Bundesrepublik Deutschland lt. einer Untersuchung des Bundes deutscher Inkassounternehmen die Gruppe der 13–16jährigen bereits durchschnittlich 81,81 € Schulden. Bis zum 20. Lebensjahr erhöht sich dieser Betrag auf durchschnittlich 766,94 € .

Angesichts dieser Zahlen in Verbindung mit der zu beobachtenden ausbleibenden Erziehung des Nachwuchses im Umgang mit Geld macht es Sinn, den Gedanken „Auskommen mit dem Einkommen“ in die Schulen zu tragen.

Aus diesem Grund bietet die Insolvenzhilfe e.V. Präventions- und Informationsveranstaltungen für Schulen, Ausbildungsträger, Vereine, Parteien, Verbände, Jugendzentren und sonstige Interessengruppen an.

Zielgruppe der 15 –17 jährigen in allgemeinbildenden Schulen: »

1.) Darstellung der eigentlichen Schuldenproblematik („Bestandsaufnahme“):

  • Wie können Schulden entstehen / welchen Einfluß haben Schulden auf das weitere Leben
  • wie werden Schulden berechnet (Kosten / Zinsen)
  • welche Möglichkeiten der Forderungseintreibung -/ sicherung haben Gläubiger
  • in wieweit hat „Werbung“ einen Einfluß auf das eigene Handeln
  • in wieweit ist das sog. „peer-group“ Verhalten von Jugendlichen / jungen Erwachsenen relevant

2.)Bestandsaufnahme des eigenen Handelns:

  • wie gehe ich mit meinem Taschengeld um
  • was ist der sog. „Taschengeldparagraph“
  • was bedeutet „bedingt geschäftsfähig“ zu sein
  • leihe ich mir Geld – wenn ja, warum
  • welche Anschaffungen verursachen Folgekosten (Handy / später Auto)

3.) Veränderungen bewirken durch methodische Vorgehensweise / definierte Ziele:

  • wie können Schulden vermieden werden
  • wo kann ich mich beraten lassen
  • was ist ein Budgetplan (gerade vor dem Hintergrund Auszug, erste eigene Wohnung, etc.)
  • was ist das „Kleingedruckte“ auf Verträgen / Rücktrittsrecht – Verweis auf andere Beratungsstellen (Verbraucherzentralen, etc.)

4.) Fazit / „Belohnung“ ( durch Verzicht ):

  • wie erreiche ich „Sparziele“

Zielgruppe der Jugendlichen in berufsbildenden Schulen: »

1,) Darstellung der eigentlichen Schuldenproblematik („Bestandsaufnahme“):

  • Wie können Schulden entstehen / welchen Einfluß haben Schulden auf das weitere Leben
  • wie werden Schulden berechnet ( Kosten / Zinsen )
  • welche Möglichkeiten der Forderungseintreibung -/ sicherung haben Gläubiger
  • in wieweit hat „Werbung“ einen Einfluß auf das eigene Handeln

2.) Bestandsaufnahme des eigenen Handelns:

  • wie gehe ich mit meiner Ausbildungsvergütung um
  • was kostet „Leben“
  • leihe ich mir Geld – wenn ja, warum
  • welche Anschaffungen verursachen Folgekosten (Handy / Auto / Miete und Einrichtung der ersten Wohnung, etc.)

3.) Veränderungen bewirken durch methodische Vorgehensweise / definierte Ziele:

  • wie können Schulden vermieden werden
  • wo kann ich mich beraten lassen
  • was ist ein Budgetplan (gerade vor dem Hintergrund Auszug, erste eigene Wohnung, etc.)
  • was ist das „Kleingedruckte“ auf Verträgen / Rücktrittsrecht – Verweis auf andere Beratungsstellen (Verbraucherzentralen, etc.)

4.) Fazit / „Belohnung“ (durch Verzicht):

  • wie erreiche ich „Sparziele“
  • mein erstes eigenes Einkommen / Arbeitgebersparzulagen etc. In diesem Zusammenhang sollen die Jugendlichen über ihre jetzige Situation hinaus auch vor dem Hintergrund der nahenden Volljährigkeit lernen, für Ihr Handeln verantwortlich zu sein.

Die Veranstaltungen sind kostenfrei und richten sich in Art und Umfang nach den Erfordernissen der Zuhörer. Spezielle Themen, wie z.B. Handyschulden, Frauen und Schulden, Unterhaltsschulden, Konsumschulden, Insolvenzverfahren etc. können ggf. besonders berücksichtigt werden.